VI.
[45] STOCKEBRANDT, CHRISTINA
CATHARINA
* 5. 8.1785 in Werden
Paten: Christina Catharina Stockebrand
Anna Niermann Ludgerus Mallapree'
oo 15. 9.1807 mit Johann Adolph
Korten in Werden
* 17. 1.1781
+ 1. 4.1850
+ 18. 6.1859 (73) in Werden
an Altersschwäche
VII.
[90] STOCKEBRAND, JOHANN HEINRICH
* 27. 8.1754 in Werden
Paten: Heinrich Evaradus Duden
Johann Heinrich Bertram
Christina Catharina Lothum
oo 1. 6.1784 mit Maria Gertrud
Fiegen in Werden
* 13. 4.1762
+ 20.10.1803
Zeugen: Peter Stockebrand
Ludgerus Stockebrand
Kinder:
Christina Catharina, * 5. 8.1785 Werden
Peter Heinrich, * 18.10.1787 Werden
Anna Gertrud, * 13. 5.1789 Werden
Christina Elisabeth Benedicta, * 6. 2.1790 Werden
Jacob, * 1. 8.1792 Werden
Antonia, * 8. 1.1795 Werden
Caspar Hermann, * 8. 2.1796 Werden
Anna Francisca, * 21.10.1800 Werden
Maria Antonia, * 15. 8.1803 Werden, + 19.10.1804
Stand: Tuchweber in Werden Schützenkönig: 1774
+ 9.10.1808 (74) in Werden an Schwindsucht
VIII.
[180] STOCKEBRAND, PETER
* 12. 6.1710 in Werden
Paten: Peter Potthoff Eberhard auf dem ... siepen
Anna Wusthoff
oo 24. 8.1739 mit Christina
Catharina Preuten in Werden
* um 1720
+ nach 1760
Zeugen: Ludgerus Preuten
Ludgerus Schenck
Kinder:
Maria Anna Theresia, * 10. 8.1746 Werden
Anna Catharina, * 11. 3.1749 Werden
Peter, * 26.11.1751 Werden, + 10.10.1785 Werden
Johann Heinrich, * 27. 8.1754 Werden
Johann Ludgerus, * 15.11.1758 Werden, + 31. 1.1794 Werden
Stand: Amtsmeister (1754)
Wohnorte: Gravenstraße (1738, 1756); Brücksträßer Erbnachbar(1757)
+ 25. 5.1767 (56) in Werden
IX.
[360] STOCKEBRAND, HEINRICH
* 20.11.1666 in Werden
Paten: Heinrich Neuhaus Heinrich Hesingck
Catharina Fleken
oo 20.11.1691 mit Christina
Sophia Seumanns in Werden
* um 1670
+ nach 1713
Zeugen: Hermann Seumanns
Johann Dietrich Stockebrand
Kinder:
Christina, * 23.11.1692 Werden
Anna Catharina, * 26. 1.1695 Werden
Catharina Elisabeth, * 12. 1.1698 Werden
Hermann, 8. 8.1700 Werden
Johann Heinrich, * 7.12.1702 Werden
Catharina Elisabeth, * 22. 9.1705 Werden (Mutter als "Hegemann")
Catharina Friedericia, * 16.10.1707 Werden
Peter, * 12. 6.1710
Werden
Anna Catharina, * 28. 2.1713 Werden, oo 30.11.1738 mit Johann Wintgen
Stand: Tuchweber Amtsmeister (1708)
+ 14. 8.1753 in Werden
X.
[720] STOCKEBRAND, CASPAR
* um 1640
oo um 1663 mit Christina
Sonnenschein in Werden
* um 1640
+ nach 1685
Kinder:
Anna Christina, * 16.11.1664 Werden
Heinrich, * 20.11.1666 Werden
Christina Elisabeth, * 23.10.1668 Werden
Johann Theodor, * 1. 6.1670 Werden
Gerardus, * 25. 4.1672 Werden
Catharina Elisabeth, * 13.11.1674 Werden
Anna Margaretha, * 8. 6.1677 Werden
Johann Heinrich, * 6. 3.1678 Werden
Christina Catharina, * 30. 9.1681 Werden
Catharina Margaretha, * 18. 4.1685 Werden
Stand: Tuchweber Neuer Meister (1662) Tuchweber Amtsmeister (1695)
+ 15.3.1705 in Werden
XI.
[1440] STOCKEBRAND, WERNER
* um 1617 in Werden?
oo um 1638 mit Margaretha
N.N. in Werden
*
+
Kinder:
(fünf zwischen 1640 bis 1650 vermutet)
Caspar, *um 1640 Werden
Christina, * um 1642 Werden
+ nach 1685 in Werden
Stand: Tuchweber Neuer Meister (1662) Tuchweber Amtsmeister (1695)
Anmerkung: Stockebrand = Hofname, Gut in Heidhausen
Stockebrand (Familienname) - GenWiki
EXKURS
zu Stockebrand, Werden
In der
Werdener Zeitung vom 4.12.1929 wird die Geschichte der Löwenapotheke, die
heute noch besteht und ihre Inhaber beschrieben.
Dort
heißt es zur Geschichte des Hauses Ruhrstraße 30 (Apotheke) Heute: Brückstraße nach Mitteilung von Herrn Albert Mittweg:
Das Haus mag annähernd 200 Jahre alt sein. Es ist über einem viel älteren
mit einem Tonnengewölbe überspannten trefflichen Kellerraume errichtet
worden. Zu ihm leitet ein ganz schmaler Einstieg hinab. Um 1760 befand es
sich im Eigentum eines [182] Herm.
Fiege, um 1802 einer Familie [180]
Peter Stockebrand, danach gehörte es dem Tuchweber [44]
Adolf Korten, bis dass
es 1819 in den Besitz von Benedict Overhamm überging. Unter Peter und nach
ihm unter Joh. Heinrich Stockebrand wurde im Hause eine Gastwirtschaft unter
dem Namen "Zum roten Ochse" betrieben. Seit vielen Jahrzehnten
thront nun aber schon über seiner Haustür der goldene ruhende Löwe mit
grimmigem Mähnenkopf.
Stadtbücherei
Th 107,9a
Im Jahr 1789 fiel die Getreideernte besonders schlecht aus. Für das Stift
Werden drohte allgemeiner Brotmangel, ja geradezu Hungersnot, zumal die
benachbarten Staaten, das Großherzogtum Berg und das Reichsstift Essen die
Getreideausfuhr bei schärfster Strafe gänzlich verboten hatten. Es erließ
deshalb Abt Bernhard am 31. August 1789 ein gleiches Verbot für das Stift
Werden. Er ordnete zugleich an, daß einstweilen "das den hohen
Fruchtpreis noch immer mehr fördernde Branntweinbrennen bei Strafe von 100
Goldgulden und Konsiskation der gebraucht werden wollenden Kornfrüchte gänzlich
einzustellen sei." Die Branntweinbrenner von Werden sollten ihre Helme (Helm
heißt der metallene Aufsatz auf dem Kessel, in dem sich die tropfbar
werdenden Dämpfe sammeln) auf dem
Rathause und die von Kettwig auf der Kanzlei abliefern und zwar innerhalb 4
Tagen, in welcher Zeit sie den noch vorhandenen Vorrat an Korn brennen könnten.
Jedoch sollte ihnen das Brennen "ausländischen" Früchten
einstweilen noch gestattet sein, sofern sie "dieses durch obrigkeitliche,
glaubwürdige Zeugnisse bewahrheiten und eidlich bestärken könnten." Um
die Übertretung des Ausfuhrverbotes und die unerlaubte Branntweinbrennerei möglichst
zu hindern, sollten sämtliche Dorf- und Honnschaftvorsteher, die
Gerichtsboten und Armenjäger, sowie die Pächter der Ruhrfähren zu Werden,
Kettwig, Baldeney und Heisingen angewiesen werden, "genaust zu
invigilieren und die Übertreter im Ertappungsfalle mit Aufbietung der nötigen
Schützen körperlich sofort zu arrestieren und der Obrigkeit zur Bestrafung
zu überliefern." Demjenigen, der einen Übertreter des Verbots auf der
Tat ertappe oder sonst glaubhaft zur Anzeige bringen werde, wird der vierte
Teil der Strafe und des konfiszierten Getreides zugesagt. Den Übertretern
dagegen werden, sofern sie das Strafgeld nicht erlegen können, entweder körperlicher
Arrest bei Wasser und Brot oder dem Befinden nach noch härtere Leibesstrafen
angedroht. Die abteiliche Verordnung sollte in Werden und Kettwig von der
Kanzel verkündet werden und dem Werdener Magistrat die Durchführung der
vorgeschriebenen Maßregeln obliegen. Infolgedessen erließ der Magistrat am
4. September 1789 an sämtliche Branntweinbrenner die Aufforderung, künftigen
Freitag morgens 9 Uhr ihre Helme auf dem Rathause abzuliefern unter Androhung
einer Strafe von 10 Mk. und Abholung der Helme von Obrigkeitswegen. Am 11.
September erschienen nicht weniger als 40 Branntweinbrenner aus der Stadt und
7 aus der Vorstadt, von denen 39 erklärten, daß sie gesonnen seien, forthin
mit auswärtigem Korn zu brennen und bereit wären, solches zu beschwören.
Unter ihnen war 19.) Heinrich Stockebrand jun. und 23.) [90]
Heinrich Stockebrand sen. (Rottmeister)
XXXVII. Heberegister des Hofes
Barkhoven. Mitte des 15. Jhs (1455-59)
(Th II 1,20 IIIc) II,290,t,43
.. Stoeckebrand
to Heythusen ..
(Beginn
19.Jhs.: Fiege oder Stockebrands Kotten zu Heidhausen.
XLIV. Rechnung des Werkamtes auf das
Jahr 1427/28
(Th II
1,20 IIIc) II,339,30. 343,13,18.
.. Item Everde van Heythusen van sande to voren. Item Stokebrande,
de eme halp, 4 d. ..
.. Stokebrand ind Peter 4 dage
steyn helpen laden, je 14 d; gehad 3 1/2 dach, den kallich to beladen, je 14
d.; gevort 3 dage zant, je 3 s.; Hennesken halp den zant laden, dar hey over
was 3 dage je 14 d.; Somer gemurt 17 dage an dem pilleren je 5 alb.; dey Haene
gemurt 19 dage je 20 d.; Heyneken gemurt 14 dage je 5 alb.; Stokebrant gedregen steyn 13 dage, dsgl. Peter 19, Vorwerck 13 je 14
d.; Hennesken gedregen morter 19 dage je 14 d.; Bertram gedregen steyn ind
water 7 dage, je 14 d. ..
XLV. Heberegister des
Speicheramtes. Aus der Zeit Propst Bertolds von Buren. Ende 14 Jhs.
(Th II 1,20 IIIc) II,349,30.
.. Evert van Heithusen 2 mlr. roeggen, 2 mlr. gersten, 3 1/2
mlr. haveren; Dyderich Stoeckebrant
2 mlr. roggen, 2 mlr. gersten; ..
XLVI. Rechnungen des Speicheramtes
aus den Jahren 1426-1472.
(Th II 1,20 IIIc) II,355,13. 358,4,35,38.
.. Stakebrand van Heithusen ..
.. item 4 s. 3 d. Stakebrant van
Heithusen, dat hey waikede 17 nacht ex parte cappeteli. ..
.. Item Stokebrant
van Hethusen op myns hern des krlners berchvrede gewaket von Nicolai bis
Ostern, tosamen 19 weken 2 daige myn ind eme ilke nacht gegeven 3 d., dat is
de weke 21 d., dat maket ind is kundlich Stokebrant
2 mr. 8 s. 9 d. ..
XLIX. Heberegister der Küsterei.
1431
(Th II 1,20 IIIc) II,413,2.
.. Item Dyderich Stakebrant
und sijn dochter Elsken synt behandt an Stakebrant gude toe Heythusen und
gelden dairvan 2 pullos ..
LIII a. SCHADES REGISTER D. PACHT- U. RENTENGÜTER D. STIFTS
WERDEN. aus der Zeit der Klosterreform 1474-1477
(Th II
1,20 IIIc) II,453,t,(39,43). 492,t,18. 513, n,a. 455,26.
.. Dyrick Stockebrant
.. beh. des Gruters kotte ..
.. - van sinen gude toe Heithusen-idem est bonum to Heithusen, quod supra in
Dir. Stockebrant littera D.
.. idem van sinen gude toe Heithusen, dar he unde sin dochter Else
an behandet sint ...
.. darselves Stockebrandes hove, de
nu Engelbert Scroder hevet ..
LIX.
REGISTER DES RENTMEISTERS GORTFRID CARTHUIS. 1488-1497
(Th II 1,20 IIIc) II,598,11,17.
.. Item Bernt Langerbeyns de uno campo an dem Leen teghen Stockebrantz
huyse an dem Lene aver gelegen 1 mlr. ro., 2 pu. ...
.. Dirick Stockebrant beh. mit Gruters kotte u. Nolden gut ebenda; ..
.. Item Dirick Stockebrant de agris dictis Braems lant an dem Lene vel Crusebecke 3
mlr. hav., 2 pu. ..
LXIX. Pacht- oder Rentenbuch des
Stifts Werden von Abt Heinrich Duden. 1589/90
(Th II 1,20 IIIc) II,725,30. 787,2
.. Ludger
der Kuiper to H. u. Fr.: a) Gut to Nederheithusen, co. beh.pa., Mart. Pacht 2
mlr.ro., 2 mlr. ge., 4 mlr. hav., 8 hoe. (einst
Weubelen, ouck Staikebrantz gutt)
..
.. Fleynckhuser kaite ebd.: 1 1/2 alb. 1 hoc., beh. Johan Vleinckhuß u. Fr.
Vygekaite off Staikebrantzkaite to
Heithusen: 3 alb. 1 hoe., beh. Johan
Vige u. Fr., Ludgers Vigen voerdochter.
..
BEILAGE. EINNAHME DES STIFTES WERDEN AUS ZAHLUNGEN
WACHSZINSIGER IN DEN JAHREN 1488-95 UND 1505-7.
(Th II 1,20 IIIc) II,638,1 f.
.. Item Neese
Stockebrandz, uxor Johan
upen Saell, pro licencia nubendi 9 d. ..
EXKURS
Die
Geschichte der Stadt Werden ist mit dem Kloster eng verknüpft. Die Werdener Äbte
waren nicht nur geistliches Oberhaupt; sie erlangten um die Mitte des 13. Jhs.
auch die volle landesherrliche Gewalt, nachdem ihnen schon 974 das Markt- und Münzrecht
und 983 das Recht zuerkannt worden war, den Vogt selbst zu wählen. Der Vogt
stand dem jeweiligen Abt in weltlichen Dingen zur Seite; er residierte im
"Kastell", einem Gebäudekomplex am heutigen Kastellplatz. Die
Herrschaft der Abtei Werden erstreckte sich über die Stadt Werden selbst, das
Dorf Kettwig sowie die Honnschaften Kettwiger Umstand, Ickten, Roßkothen,
Schuir, Bredeney, Heisingen, Fischlaken, Hamm, Hinsbeck, Rottberg, Heidhausen,
Klein-Umstand und Holsterhausen-Süd, ein Territorium, das um 1800 ca. 7.100
Bewohner umfasste.
In
der Umgebung Werdens beiderseits der Ruhr lagen die Höfe, die der Abtei meist
über einen Oberhof zugeordnet waren. Zu den Oberhöfen gehörten (im
benachbarten Heidhausen gelegen) der Kornhof (= Barkhof oder Barkhoven, an der
heutigen Barkhovenallee gelegen) und der Viehof oder Hof Viehausen (am heutigen
Viehauser Berg). Diese Höfe hatten auch Unterhöfe in Heisingen.
Nach
dem Ende der abteilichen Herrschaft und des napoleonischen Zwischenspiels -
Werden gehörte hier zum Herzogtum Berg - fiel Werden an Preußen. Aus dem
ehemaligen Herrschaftsgebiet der Abtei bildete man die Bürgermeistereien
Werden und Kettwig, die jedoch in einer Personalunion mit einem
gemeinsamen Bürgermeister bis 1843 miteinander verbunden blieben. 1857 wurde
Werden Stadtgemeinde, bildete jedoch zunächst mit der Gemeinde Werden-Land eine
Personalunion mit einem Bürgermeister. 1896 wurden die östlichen Teile der Bürgermeisterei
Werden-Land ausgegliedert; sie bildeten die neue Bürgermeisterei Kupferdreh.
1904 erhielt Werden-Land eine eigene Bürgermeisterei. 1915 erfolgte die Vergrößerung
der Stadt Werden durch das sog. "Unterbredeney". Dieser Zustand währte
bis 1929, als die Eingemeindung von Werden-Stadt und Werden-Land nach Essen
erfolgte.
Um
das Abteigelände schließt sich halbringförmig das alte Werden mit einem
engmaschigen Grundriß an; seine Entstehung ist mit der Abtei eng verknüpft.
Nach dem Bau von Kirche und Kloster siedelten sich mit der Zeit Ackerbürger und
Gewerbetreibende an. Wegen der abseitigen Lage erreichte der Kaufmannsstand
allerdings keine große Bedeutung. Trotzdem erhielt der Ort im Jahre 964
das Marktrecht und wurde 15 Jh. mit einer Stadtmauer umgeben, die ein weiteres
Wachstum zunächst verhinderte. Die Stadttore waren das Heck- und Wigtor im
Norden, das Borntor im Südosten (heute: An der Stadtmauer) - Bornstraße
(heute: Klemensborn), das Brandtor im Süden und das Ruhrtor im Westen (am
Kastellplatz). Von dort führte vor dem Bau der Brücke eine Fähre ans
jenseitige Ruhrufer. Zu den Toren kam auch eine "Pforte" im Osten
dazu. Daß nur eine Pforte existierte, beweist die Verkehrsungunst
des hier früher feuchten Talraumes; die Straße nach Velbert und
Langenberg führte über die trockenen Randhöhen und mündete beim Borner bzw.
beim Brandtor in die Stadt ein. Die Stadttore wurden 1808 abgerissen, als Werden
durch Napoleon dem Herzogtum Berg eingegliedert worden war.
Wie
in vielen mittelalterlichen Städten üblich, waren auch in Werden die Häuser
aus Fachwerk erbaut und die Dächer mit Stroh gedeckt. So verwundert es
niemanden, dass es bei der dichten Bebauung zu Brandkatastrophen kommen konnte,
von denen Werden 1498 besonders betroffen wurde: Die Stadt brannte fast vollständig
nieder. Daraufhin wurden die Häuser mit "feuerfesterem" Schiefer
gedeckt. Andere Naturkatastrophen waren
das regelmäßig auftretenden Hochwasser. So hatte die "Königsbrücke"
aus dem Jahre 1853 mehrere Vorläufer. Die Brückenkonstruktionen wurden aber
durch Hochwasser bzw. Eisgang in den Jahren 1533, 1642 und 1750 immer wieder
weggerissen, so dass die Werdener zwischen 1750 und 1853 ausschließlich auf
eine Fähre angewiesen waren.
Von
besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Werdens in der neueren
Zeit war die Tuchmacherei, die ab dem 15. Jh. bestand. Diese fortschreitende
Entwicklung der Tuchweberei wurde durch den dreißigjährigen Krieg (1618-1648)
unterbrochen. Im Gegensatz zu den Verhältnissen in Essen hatte wegen der guten
Standortbedingungen an der Ruhr, die Spinner- und Webereien in Werden Möglichkeiten
zum Fortbestehen. Tuchweber, Tuchscherer und Wollspinner machten den bei weitem
überwiegenden Anteil der Bevölkerung aus.
Um
1800 lebte jeder dritte Werdener von diesem Wirtschaftszweig. Im Jahre 1805
bestanden in Werden und Kettwig zusammen 11 Tuchfabriken mit 70 Webstühlen und
insgesamt 643 Arbeiter; bis 1815 vergrößerte sich die Anzahl auf 25 Fabriken,
von denen allerdings im Laufe der folgenden Jahrzehnte einige wieder aufgegeben
wurden. Spinn- und Webmaschinen waren in den Werdener Manufakturen, mit Ausnahme
der Baumwollspinnereien, noch nicht eingeführt, während man sie in den
Fabriken Kettwigs schon fand. Hier kann man auch von eigentlichen
Tuch"fabriken" sprechen, in Werden wurde dagegen noch auf
hausindustriellem Wege produziert.
Erst
1804 wurde von den Tuchfabrikanten Forstmann, Huffmann und Dehmer eine
"Fabrik" angelegt und zwar wurden die Stallungen und die Wohnungen der
Knechte der ehemaligen Abtei zum Fabrikgebäude umgebaut, welche der preußische
Staat zur Verpachtung freigegeben hatte. Hier waren jedoch in der ersten Jahren
seit Gründung der Firma noch nicht alle Arbeiter untergebracht, sondern wurden
zum Teil noch im Hausbetrieb beschäftigt. Dennoch waren dort die ersten
Schermaschinen in Betrieb gesetzt worden.
Forstmann
stammte aus Burg an der Wupper, einem durch die Fabrikation von wollenen Decken
bekannten Ort; Dehmer war aus dem Hessischen eingewandert und trat bereits am 1.
Mai 1815 aus dem Geschäft aus, Huffmann war Werdener. Sie hatten vor der Gründung
des Werdener Unternehmens in Kettwig eine kleine Fabrik betrieben.
Zu
Anfang der französischen Herrschaft bestanden in der Stadt 13 Tuchfabriken, von
denen allerdings wie vorher erwähnt, nur das jüngste 1804 gegründete
Unternehmen der Firma Forstmann, Huffmann und Dehmer eine Fabrik im heutigen
Sinne war. Im Gegensatz dazu wurden die übrigen auch wohl
"Tuchmanufakturen" genannt. Die ältesten der bestehenden Manufakturen
waren die von Theodor Scholten (gegr. 1757), von Ludger Stockebrand (gegr. 1767) und von Hermann Stockebrand (gegr. 1781).
Zu
Beginn des 19. Jahrhunderts stellte die Tuch- und Kasimirproduktion den
wichtigsten Zweig der Textilindustrie in Werden dar und stand im hohen Ansehen.
Die Fabrikation des Kasimir, eines leichten, dünnen Diagonalgewebes aus reiner
Wolle, war erst 1803 durch die Firma Gebrüder Oules in Werden eingeführt
worden.
Nach
einer Übersichtstabelle der Werdener Textilindustrie vom 13. Dezember 1805
wird: Unter Nr. 7 die Fabrik von Forstmann, Huffmann und Dehmer mit 6 Webstühlen
und 120 Arbeiter aufgeführt. Exportiert wurde die Ware nach dem Norden und nach
Holland. Die Rohstoffe wurden aus Sachsen, Schlesien u. Holland eingeführt.
Unter
Nr. 9 die Fabrik von Ludger Stockebrand
mit 1 Webstuhl und 15 Arbeiter aufgeführt. Exportiert wurde die Ware nach
Westfalen und ins Bergische. Die Rohstoffe wurden aus Holland und anderen Länder
eingeführt. Unter Nr. 10 die Fabrik von
Hermann Stockebrand mit 1 Webstuhl 15
Arbeiter aufgeführt. Exportiert wurde die Ware ins Münsterische und Bergische.
Die Rohstoffe kamen aus Essen. Angemerkt wurde, das Hermann
Stockebrand im November 1812 starb. Damit ging seine Fabrik ein.
Die
später bedeutendsten Tuchfabriken bestanden am Kastellplatz auf dem Gelände
des ehemaligen Kastells (Gebrüder Wiese), weiterhin östlich der Abtei
(Forstmann & Huffmann) sowie am Ruhrufer (Feulgen) unterhalb der Neukirchner
Schleuse. Die Fabrik der Gebrüder Wiese wurde 1816 gebaut und hatte 1885, 275
Arbeiter. Der Bau der Feulgenschen Fabrik fällt in das Jahr 1868; 1885 besaß
das Unternehmen 75 Arbeiter. Dieses Fabrikgebäude ist noch heute erhalten.
Die
mit Abstand größte Tuchfabrik war die von Forstmann & Huffmann. Im Jahre
1834 wurde der erste große westliche Flügelbau im Porthofe errichtet und als
Weberei in Benutzung genommen. 1836 und 1838 folgten der Nord- und Südflügel.
Diesen Bauten folgte dann 1853 die Anlage einer eigenen Gasfabrik und 1854 die
Errichtung eines großen Walkereigebäudes, 1865 wurde der ersterwähnte Nordflügel
erhöht und durch einen großen Anbau nach Osten hin verlängert, 1867 an Stelle
der zu kleinen Gasfabrik eine neue angelegt, 1872 ein Gebäude für
Tuchscheererei, 1879 ein Lagerhaus, 1881 ein Decatirhaus sowie ein neues Bürogebäude.
Im Jahr 1866 wurden außerdem, getrennt von der Hauptanlage, an der Neu- und
Grabenstraße bzw. der Ruhr Gebäude für Wäscherei und Wollsortiererei
angelegt, denen sich 1868 auch eine eigene Färberei anschloss. Auch diese
Anlage hat in den Jahren 1879 und 1883 durch An- und Aufbauten eine bedeutende
Erweiterung erfahren. 1885 waren hier ca. 700 Arbeiter beschäftigt. [10]
Clemens Lukas war einer von ihnen seit 1860. Er arbeitete dort bis zu seinem
74. Lebensjahr. Ebenso bei Forstmann & Huffmann beschäftigt, war [8]
Johann Peter Gustav Pfeiffer nach dem Zuzug der Familie 1891 nach Werden.
Vergegenwärtigt man sich die frühere Einwohnerzahl von Werden (1885: ca. 6.800
Einwohner), so wird die damalige wirtschaftliche Bedeutung des
Tuchmachergewerbes deutlich.