VI.
[41]  MARTIN, ELISABETH genannt TRUNKART

1774 in Werden

oo  30. 7.1793 mit Caspar Lukas in Werden
* 1758
+ 7. 9.1820

23. 2.1841 in Werden
nachmittags 4 Uhr an Auszehrung (Schwindsucht) 


VII.
[82]  MARTIN, FRANZ genannt TRUNKARD

*  um 1745

oo   I.  um 1770 mit Maria Elisabeth Knap in Werden
* 20. 8.1747
+ 30.10.1803

Kinder:
Benedikt * 1773, + 5. 8.1821, oo  4. 6.1821 mit Margarete Endemann Elisabeth, ?1774
 Maria Catharina Johanna,* 29. 8.1775 Werden
Johannes Henricius, * 8.12.1777 Werden
Hermann Ludgerus, * 20. 6.1779 Werden
Franz, * 24. 6.1780 Werden, oo  mit Wilhelmina Hoff

+  nach 1780  

EXKURS
zu Trunkard, Werden

Werdener Nachrichten
Nr. 18

"Mutzpiepen" stammten aus der Leinwebergasse
Haus Nr. 7 wird 1774 erstmalig erwähnt - Franz Martin kauft es für 225 Thaler

Mit dem Hause Leinwebergasse 7 endet die Geschichte der Häuser dieser Gasse und des Leinwebermarktes. Das schmale, hohe Haus stand ehemals unter der Nr. 21 in der Gebäuderolle der kleinen Abteistadt. Als die Straßen Namen bekamen und die kleine enge Verbindung vom Flachsmarkt zur Bornstraße "Klimmgasse" genannt wurde, behielt das Haus die alte Nummer. Später wurde die Klimmgasse in Flachsmarktgasse umbenannt. Damit fielen die Nummern der Gebäuderolle und das Haus erhielt die Nr. 7 der Flachsmarktgasse, heute Leinwebergasse.
Wie alle Häuser dieses Ortsteils ist auch Haus Nr. 7 recht alt. Am 7. März 1774 kaufte es [82] Franz Martin, genannt Trunkard, für 225 Thaler g. G. Es war also recht billig. Der Thaler "gemein Geld" hatte unter allen Thalern den geringsten Wert. Franz Martin war verheiratet mit [83] Maria Elisabeth Knaps. Über seinen Beruf ist nichts überliefert. Das Ehepaar vererbt seine Besitzungen an die Eheleute Tagelöhner Benedikt Martin gen. Trunkard und Margarete Endemann, Tuchweber Franz Martin, gen. Trunkard und Wilhelmine Hoff, sowie Schenkwirt [40] Kaspar Luckas und [41] Elisabeth Martin, gen Trunkard. Die drei Familien erbten je zu einem Drittel. Jede Familie gab ihr Drittel an ihre Kinder weiter. Die beiden Brüder Martin hatten je zwei Kinder, während die Lukas mit vier gesegnet waren. Jetzt teilten sich acht Erben in die Besitzung. Die Erbengemeinschaft stieß das Haus im Jahre 1835 für 400 Thaler an die Eheleute Ludger Knapp und Katharina Haverkamp ab.
Bis 1879 blieb das Haus Eigentum des Ludger Knapp. eine drei Kinder Ludger, Katharina und Wilhelmine wurden nach seinem Tode als Besitzer eingetragen, 1898 verkauften sie es an den Korbflechter Johann Peter Hallmann, der bis 1913 hier wohnte. In diesem Jahr erwarb es der Kassierer Johann Eltgen. Seine Ehe mit Karolina Fröhlich war sehr kinderreich. Er starb 1938 und seine Witwe mit den 12 Kindern trat nach westf. Erbengemeinschaft den Nachlaß an. Karoline Fröhlich starb schon ein Jahr danach und die 12 Kinder ließen 1940 das Haus versteigern. Den Zuschlag erhielt die Stadt Essen. Johann Peter Hallmann war Korbflechter und die alten Werdener erinnern sich noch gut, wie Hallmann in den Ruhrwiesen die Weiden für seine Körbe schnitt, die er im Hinterhaus anfertigte.
In dem Hause Leinwebergasse 7 ging man im vorigen Jahrhundert einem Gewerbe nach, das heute bei uns fast ausgestorben ist. Dort wurden "Mutzpiepen" gemacht, wie wir sie heute noch an den "Stutenkerlen" kennen. Unsere Vorfahren rauchten gerne aus ihnen. Sie umwickelten das Mundstück mit weißem Zwirn, die Pfeife hielt dadurch besser zwischen den Zähnen. Das lange und schwache Rohr hatte aber stets das Bestreben, abzubrechen. Dann wurde ein neues Mundstück gewickelt und der "Piepenkopp" rückte näher dem Gesichte zu. Schließlich blieb nur noch ein kleiner Stummel übrig und die "Mutzpiepe" wurde zum "Nasenwärmer".